G-WurfNews

Annies Not-OP

Eine turbulente Woche voller Sorgen liegt hinter uns: Annie hat leider eine Pyometra (Gebärmutterentzündung) entwickelt und musste am Dienstag Notkastriert werden. Es wird also keinen G-Wurf von Annie im rosa Schlössl geben. Aber Annie geht es gut und es geht Tag für Tag bergauf. Wir sind unendlich froh, dass sie noch bei uns ist. Aber beginnen wir von vorne:

Am Sonntag (29.01.) hatte ich das Gefühl, dass sich Annie ein bisschen zurückzieht. Sie ist prinzipiell schon eine sehr ruhige und gemütliche Hündin…aber sie schien mir noch ruhiger als üblich. Gleichzeitig könnte das natürlich auch einfach an der fortschreitenden Trächtigkeit liegen. Die 4. Trächtigkeitswoche hatte bereits begonnen und es lagen nur noch 3 Tage bis zum Trächtigkeits-Ultraschall vor uns. Montag früh fraß Annie nur zwei Drittel ihres Frühstücks – das machte mich stutzig. Denn Essen übrig lassen, passt so gar nicht zu unseren Labbis. Ich tippte auf Morgenübelkeit, dachte aber im Laufe des Vormittags immer wieder über das verschmähte Frühstück nach.

Annie mit ihrem Einzelwelpen Calimero im April 2020


Leider hatte Annie auch leichte Schmierblutungen – da sie jedoch geruchslos und in geringen Mengen auftraten, war das noch nicht allzu beunruhigend. Bei fast jeder Trächtigkeit unserer Hündinnen kommt es zu leichten Schmierblutungen – immer ohne Komplikationen. Trotzdem blieb ich aufmerksam und beschloss unseren Ultraschalltermin auf den nächsten Tag vorzuverlegen. Als wir unsere Hunde jedoch um 18 Uhr fütterten, verweigerte Annie ihr Abendessen. Ein größeres Warnzeichen gibt es für mich (bei meinen Hunden) nicht – ich saß 10 Minuten später bereits mit Annie im Auto und düste zur Tierklinik.

Dort angekommen marschierte Annie freundlich wedelnd in die Klinik, ließ sich geduldig und tiefenentspannt Blut abnehmen – “Wenn nur alle unsere Patienten so brav wären!” meinte die Tierärztin. Ja…so ist sie, meine Annie-Maus 🙂 Zuhause hatte Annie noch kein Fieber – in der Klinik war ihre Temperatur leider bereits auf 39,6 Grad gestiegen. Bei der Ultraschalluntersuchung war sofort eine Flüssigkeitsvermehrung in der Gebärmutter sichtbar. Und selbstverständlich keine Welpen mehr. Annies Körper hatte bereits auf Selbsterhaltung umgeswitcht – also Entzündung bekämpfen…und nicht Welpenleben erhalten. Das Blutbild gab uns dann endgültig die Bestätigung: Pyometra. Der Entzündungswert lag bereits bei 9,8 – ab 10 ist er nicht mehr messbar. Wir hatten nun also den Status “lebensbedrohlich” erreicht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Meine Tränen flossen und ich saß ziemlich verzweifelt bei meiner Annie auf dem Boden. Martin war mit Sebastian Zuhause geblieben. Zum Glück – so viel Drama muss ein 4-jähriger tatsächlich nicht live miterleben.

“Annie muss leider hier bleiben. Wir werden sie über Nacht mit Infusionen versorgen und stablisieren – morgen Früh wird sie sofort operiert.” Worte, die man als Hundebesitzer einfach NIE hören möchte. Mir raste alles Mögliche durch den Kopf: “Mein kleines Mädchen…mein Welpe aus meinem allerersten Wurf…mein kleiner Lebenstraum…stirbt vielleicht!?” Und gleichzeitig überlegte ich, was der Auslöser gewesen sein könnte? Hab ich die Sauberkeit zu Hause vernachlässigt? War sie doch irgendwo schwimmen? Nein! Da bin ich genau…geschwommen wird in der Läufigkeit und Trächtigkeit bei uns nicht! Aber war da nicht so ein kleiner Wassergraben neben unserem Feld auf unserer täglichen Spaziergehroute? War sie da drin? Ich weiß es nicht mehr! Pyometra! Not-OP! Klinikaufenthalt! Sie musste noch nie in einer Klinik bleiben! Muss sie alleine schlafen? Fragen über Fragen schwirrten durch meinen Kopf…Fragen die alle sinnlos waren. Denn es stand fest: sie muss hier bleiben und wir müssen hoffen, dass sie das übersteht. Keine Frage der Welt konnte das ändern. Und Vorwürfe an mich selbst helfen da auch nicht weiter. 25% aller Hündinnen erleiden 1x im Leben eine Gebärmutterentzündung. Da hat niemand Schuld…es ist einfach Pech, dass es nun uns erwischt hat.

Annie mit 3 Monaten im August 2016

Nachdem ich mich ausgiebig von Annie verabschiedet hatte, verließ ich heulend und ohne Hund die Tierklinik und machte mich schweren Herzens auf den Weg nach Hause. Hier stand mir der nächste schwere Schritt bevor: ich musste allen unseren Interessenten Bescheid geben, was passiert ist. Und dass es keine Welpen von Annie geben wird. Und da ich ja auch in allen Belangen unserer Zucht offen und ehrlich bin, hab ich auch auf Facebook einen Beitrag gepostet. Ich möchte hier allen für ihre Anteilnahme und aufmunternden Worte danken. Es tut einfach gut zu wissen, dass so viele Menschen positive Gedanken für unsere Annie schickten. Hundemenschen unter sich 🙂 Wir sind schon ein ganz eigener Menschenschlag irgendwie – aber ein toller Menschenschlag. Nur ein Hundemensch kann nachvollziehen, welche Sorgen wir um unsere Annie hatten.

Dienstag Morgen wurde Annie dann operiert – nach 2,5 stündiger OP bekam ich endlich die Nachricht, dass Annie bereits aufwacht aus der Narkose. Leider ging es ihr im Laufe das Tages nicht so gut wie erhofft…Abends wurde mir dann mitgeteilt, dass ich mein Mäuschen doch noch nicht abholen darf. Wieder wurde sie mit Infusionen aufgepäppelt – die taten ihr aber dafür richtig richtig gut und somit durften wir sie am Mittwoch endlich wieder abholen. Seither geht es ihr jeden Tag besser. Heute hatten wir die erste Nachkontrolle – der Entzündungswert im Blut sinkt weiter und alles sieht gut aus. Nächsten Freitag werden die Klammern am Bauch entfernt. Wir freuen uns, dass Annie noch lebt. Ein Leben ohne sie wäre für mich einfach unvorstellbar. Annie ist noch da und wird hoffentlich noch ganz ganz lange an unserer Seite bleiben. Bis sie steinalt und grau ist 🙂

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