Aufzucht

In den letzten 5 Jahren haben wir 4 Würfe mit insgesamt 20 Welpen aufgezogen. Mit jedem Wurf lernen wir dazu – ändern Bisheriges – testen Neues und erweitern dadurch unsere Erfahrungen und unser Wissen. Im März 2021 habe ich diese Seite aktualisiert und beschreibe unsere Welpenaufzucht so, wie sie sich derzeit für uns bewährt hat.


Unsere Hündinnen dürfen selbst entscheiden, WO sie ihre Babies gebären: da wir in den Tagen vor dem errechneten Geburtstermin sowieso rund um die Uhr bei der werdenden Mutter sind, können wir die Geburt auch nicht verpassen und können notfalls sofort helfen. Fiby bekam den ersten Welpen ihres B-Wurfes mitten im Wohnzimmer in Anwesenheit des restlichen Rudels, Heidi entschied sich für eine Geburt im Garten. Grundsätzlich verlasse ich mich auf die Instinkte meiner Hündinnen und greife bei der Geburt nicht ein…sie nabeln ihre Babies selbständig ab, säubern sie und lassen sie das wichtige Kolostrum trinken. Es ist ein Wunder bei der Geburt dabei sein zu dürfen – die Rolle der Beobachterin ist mehr als ausreichend. Aktiv werde ich erst bei Komplikationen. Wenn alle Welpen geboren sind, übersiedeln wir sie mit ihrer Mami in unser Welpenzimmer, welches direkt an unsere große Wohnküche angrenzt.

Heidi mit den ersten 4 Babies des D-Wurfes

Solange die Welpen gesäugt werden, schlafen wir bei ihnen im Welpenzimmer. Die ständige Nähe von uns als Züchter ist von großer Bedeutung für die Welpen: Auch wenn sie in den ersten 2 Wochen noch nichts sehen und hören können…ihre Nase funktioniert. Durch unsere Anwesenheit auch Nachts, mischt sich so ständig zum Geruch der Mutter und der Geschwister auch der Geruch des Menschen und wird somit positiv verknüpft.


Die Hundebabies müssen von uns täglich gewogen werden um zu sehen, ob auch alle gut an Gewicht zulegen. Spätestens ab dem 10. Lebenstag haben sie ihr Geburtsgewicht verdoppelt. Um die Welpen voneinander unterscheiden zu können, malen wir Ihnen mit ungiftiger und geschmolzener Kinderwachsmalkreide ein kleines buntes Fleckchen ins Fell. Gerade in den ersten 3 Lebenswochen bin ich kein Fan von Halsbändern oder Schnüren – viel zu groß wäre meine Sorge, dass sich ein Welpe in einer unbeobachteten Minute stranguliert. Außerdem putzt die Mutter die Zwerge mehrmals täglich gründlich – da wäre so ein Halsband nur störend. Sobald sie 4 Wochen jung sind, steigen wir aber auf Halsbänder mit Sicherheitsverschluss um, damit sie im neuen Zuhause bereits an ein Halsband gewöhnt sind. Die Sicherheitsbänder gehen auf, wenn die Minis wo hängen bleiben sollten.

Hier sieht man den Wachsfleck im Fell recht gut

Seit dem B-Wurf haben wir den RelaxoDog im Einsatz – über Musik und subliminale Wellen (unterschwellige, hochfrequente Töne und Tonfolgen) konditionieren wir ein Entspannungssignal für die Welpen. Der RelaxoDog wird aktiviert, sobald die Welpen in einer tiefenentspannten Stimmung sind: meistens also wenn sie genüsslich bei Mami trinken oder wenn alle tief und fest schlafen. Der RelaxoDog kann unseren Welpen im neuen Zuhause dann also helfen, schneller und länger zu entspannen, auch wenn Stressoren vorhanden sind.

Von Geburt an werden unsere Welpen an Alltagsgeräusche – wie Staubsauger, das Klappern von Töpfen und Geschirr beim Kochen und Abwaschen, Mixer, WC-Spülung, Fernseher, Waschmaschine, Trockner, Rasenmäher und vieles mehr – gewöhnt und haben Kontakt zu Menschen unterschiedlichen Alters – auch zu Kindern. Durch verschiedene Decken und Tücher in der Wurfkiste, wird der Tastsinn angeregt…und unser Sohn sorgt mit seinen fast 3 Jahren für angemessenen Lärm im Haus – so sind die Babies an sämtliche laute Geräusche gewöhnt 😀


Mehrmals pro Woche kontrollieren wir Augen, Ohren, Maul, Zähne, Pfoten und Krallen der Kleinen – so werden sie an die typischen Berührungen, die beim Tierarztbesuch anstehen, gewöhnt.

1-2x pro Woche werden die Krallen gekürzt

Außerdem dürfen die Welpen Erfahrungen mit verschiedenen Untergründen wie Holz, Stein, Sand, Fliesen, Teppich, Gras und Folie sammeln. Die unterschiedlichsten Spielgeräte und Spielsachen fördern die Motorik und das Selbstbewusstsein. Zum Einsatz kommen zB Tunnel, Wippe, Wackelbrett, Bällebad und kleine Hindernisse zum drüberklettern.

Die Welpenspielgeräte werden gerne genutzt 🙂

Ab der dritten Lebenswoche beginnen wir mit dem Zufüttern. Es gibt Fleisch (auch am Stück), hochwertiges Trockenfutter, Dosenfutter, Ziegenmilchbrei und diverse welpentaugliche Kauartikel. Zur Fütterung werden die Babies mit einer Pfeife und dem typischen Doppelpfiff (=Rückruf-Pfiff) gerufen – somit wird bereits frühzeitig eine positive Verknüpfung zwischen dem Pfiff und Futter geschaffen.

Hier teilen sich die Zwerge eine Putenoberkeule

Solange die Welpen noch ausschließlich gesäugt werden, ist ihre Mami zuständig für das Sauberhalten der Wurfkiste – sobald zugefüttert wird, ändert sich das jedoch schlagartig! Hier hat sich unser Welpenklo bestens bewährt – es wird recht zuverlässig genutzt und ich bin für jedes Häufchen und Lackerl dankbar, dass im Welpenklo landet. Bis das relativ zuverlässig klappt, ist es jedoch viel Arbeit für uns: nach jedem Schlafen, Spielen und Fressen setzen wir die Babies sofort aufs Klo – immer und immer wieder – bis sie verstehen, dass das Welpenklo ihr Löseplatz ist. Bei Sommerwürfen ist die Terassentüre die meiste Zeit geöffnet und die Welpen können ihr Geschäft jederzeit im Garten verrichten. Bei Schlechtwetter ist es aber für uns von Vorteil, wenn sie an ein Welpenklo gewöhnt sind. Bis zum Auszug der Welpen stellen wir uns Nachts einen Wecker um den Babies die Möglichkeit zu geben sich draußen zu lösen – ein großer Vorteil für die Stubenreinheit im neuen Zuhause (auch wenn das 9 Wochen Schlafmangel für uns als Züchter bedeutet).

Unser Welpenzimmer

Ab der 4. Lebenswoche darf – je nach Witterung – endlich der Garten erkundet werden. Dort begegnen die Welpen Menschen mit Regenschirm, Hut oder Gehstock und dürfen Fahrradfahrer beobachten. Außerdem wohnen wir direkt an einer stärker befahrenen Landstraße – somit sind die Babies an Straßenlärm gewöhnt.

Auch Lernen steht auf unserem Aufzuchtplan: Bei der Aufzucht unseres D-Wurfes haben wir etwas Neues ausprobiert: das – wie wir es nennen – “ruhige Sitzen”. Mit einem Schüsselchen voller Leckerlies haben wir uns zu den Welpen gesetzt und auf das richtige Verhalten gewartet…nämlich, dass sie sitzen anstatt hektisch und aufgeregt rumzuhüpfen. Ein wunderbares Alternativverhalten für alle möglichen Situationen. Sie lernen, nicht in Richtung Leckerlie hochzuspringen und üben sich gleichzeitig in Impulskontrolle. Ich habe das Gefühl, dass es für die Welpen eine tolle Übung war und der ganze Wurf dadurch ein bisschen entspannter wirkte. Wir werden das auf jeden Fall bei unseren künftigen Würfen so fortsetzen.

 

Mit ca. 6-7 Wochen sind die ersten Ausflüge ins Gelände geplant und wenn das Wetter es zulässt dürfen sie auch erste Erfahrungen mit Wasser sammeln. Durch die Ausflüge werden die Knirpse auch mit dem Autofahren vertraut gemacht.

Der erste Welpenbesuch ist ab Anfang der 4. Woche möglich – mit ca. 5-6 Wochen können wir ungefähr einschätzen, wie sich jeder Welpe charakterlich entwickeln wird – dann entscheiden wir gemeinsam mit den Besitzern wer am Besten zu wem passen könnte. Hier sollte man sich wirklich auf uns als Züchter verlassen: Es ist schon ein riesen Unterschied, ob man die Zwerge 1x pro Woche für 2 Stunden besucht oder sie quasi rund um die Uhr in jeder Lebenslage erlebt.

Mit 8-9 Wochen sind unsere Welpen bereit für ihr neues Zuhause. Unsere Babies werden geimpft, gechipt, entwurmt, mit EU-Heimtierausweis und FCI-Papieren abgegeben. Zum Auszug gibt es außerdem ein kleines Welpen-Paket mit dem gewohnten Futter für die ersten Tage, dem Lieblingsspielzeug, Pfeife, uvm…

Unsere Welpen werden nur in beste Hände mit engem Familienanschluss abgegeben, wo sie so geliebt werden, wie in den ersten Wochen bei uns. Ich hoffe ich konnte hiermit einige Fragen beantworten und einen Einblick geben, wie bemüht mein Mann und ich um unsere zukünftigen Welpen sind. Wir möchten gesunde, neugierige und menschenbezogene Welpen an die neuen Besitzer weitergeben – für Spaß und Freude mit dem neuen Familienmitglied – ein Hundeleben lang. Sollten Sie noch Fragen haben, scheuen Sie sich nicht mich zu kontaktieren.